Antragfragen
Die Antragsfragen sind entscheidend für die Annahme des Antrages durch den Versicherer und eine eventuell später fällig werdende Rentenleistung. Deshalb ist es ratsam die Fragen genau und richtig zu beantworten, ansonsten könnte die Gesellschaft bei der späteren Leistungsprüfung eine Rente ablehnen, wenn eine vorherige Erkrankung nicht angegeben wurde.
Antragstellung
Man sollte nicht voreilig und "einfach so" einen Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung stellen. Wird dieser abgelehnt, wird es schwierig. Viele Versicherungen fragen ob bereits bei anderen Versicherungen ein Antrag gestellt wurde und wenn ja, warum dieser abgelehnt wurde. Hier erfolgt dann eine strenge Risikoprüfung.
Beginn der Rentenzahlung
Viele Versicherer zahlen ab Eintritt der Berufsunfähigkeit, auch wenn diese erst später festgestellt wird. Andere bezahlen erst von dem Tag, an dem die Berufsunfähigkeit festgestellt wurde.
Beitragszuschlag und Leistungsausschluss nach Antragsprüfung
Verlangt ein Versicherer nach erfolgter Risikoprüfung einen Beitragszuschlag, so kommt vorerst kein Vertrag zustande. Bei einem Leistungsausschluss gilt dies ebenso. In beiden Fällen unterbreitet der Versicherer Ihnen ein neues Angebot, welches Sie annehmen oder ablehnen können. Erst mit Ihrer Unterschrift, unter einer entsprechenden Vereinbarung, wird dies auch Vertragsbestandteil. Bei schwerwiegenden Vorerkrankungen kann der Versicherer die Vertragsannahme vollständig ablehnen.
Beitragsstundung ab Meldung der Berufsunfähigkeit
Bis zur Feststellung der Berufsunfähigkeit kann einige Zeit ins Land gehen. Bis zu diesem Zeitpunkt sind normalerweise auch die Beiträge zu entrichten. Viele Gesellschaften bieten für den Zeitraum von der Meldung bis zur Feststellung des Grades der Berufsunfähigkeit eine Stundung der Beiträge an.
Befristung des Rücktrittsrechts
Gemäß dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) haben die Versicherer 10 Jahre lang ein Rücktrittsrecht, wenn der Kunde im Antrag etwas absichtlich oder versehentlich verschwiegen hat, was für den Abschluss des Vertrages relevant war. Einige Versicherer haben diese Fristen auf 5 Jahre oder sogar auf 3 Jahre verkürzt. Das Recht zur Anfechtung des Vertrages, z.B. wegen des bewussten oder gewollten Verschweigens, bleibt hiervon unberührt.
Berufsdefinition
Geben Sie im Antrag eine genaue Definition Ihrer aktuellen beruflichen Tätigkeit an. Beispielsweise Arzt, der Fachrichtung Orthopädie, in eigener Praxis mit operativer Tätigkeit. Die genaue Angabe Ihres Berufes kann im Leistungsfall entscheidend zur Beurteilung einer Tätigkeit in einem anderen Beruf, der Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten sowie Ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht, sein
Einstufung in eine Berufsgruppe
Je nach dem, wie risikoreich ein Beruf eingestuft ist, desto höher kann der Beitrag für die Versicherung sein. Vergleichen Sie dazu verschiedene Gesellschaften, denn die Einstufung und damit auch der Beitrag können sich unterscheiden.
Dynamische Erhöhung des Versicherungsschutzes
Die jährliche Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ohne Gesundheitsprüfung gegen Mehrbeitrag ist aufgrund der Inflationsrate/Geldentwertung/Kaufpreisentwicklung sinnvoll und wichtig. Ansonsten kann sich über die Jahre bzw. Jahrzehnte eine ehemals passende Absicherung als zu gering herausstellen.
ino24-Tipp
Sinnvoll ist ein Angebot, dass auch im Leistungsfall die Rente garantiert dynamisiert.
Karenzzeiten von 0 bis 36 Monate.
Eine Karenzzeit bedeutet, dass nach Eintritt der Berufsunfähigkeit die Rentenzahlung erst nach Ablauf dieser Frist beginnt. Je länger die Karenzzeit, desto günstiger ist die Prämie.
Unserer Meinung nach ist die Vereinbarung einer Karenzzeit nicht empfehlenswert, weil der Beitragsnachlass für die Verschiebung des Rentenbeginns zum einen relativ gering ist und zum anderen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit im Regelfall schwerwiegender sind als vorher angenommen; eine Verschiebung des Zahlungsbeginns in die Ferne ist für die Kunden somit eher nachteilig zu bewerten.
Nachversicherungsgarantie
Die meisten Gesellschaften bieten Möglichkeiten, die versicherte Rente aufgrund bestimmter Ereignisse ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Nachversicherungsmöglichkeiten werden z.B. häufig geboten bei:
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Heirat
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Geburt oder Adoption eines Kindes
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Geburt oder Adoption eines Kindes
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Beendigung der Berufsausbildung
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Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit
Prognosezeitraum für die Dauer der Berufsunfähigkeit
Hier kommt es auf die Definition in den Bedingungen der Versicherungsgesellschaft an. Wird beispielsweise ein Prognosezeitraum von 3 Jahren verlangt, so ist dies für den Arzt in der Regel schwer vorhersagbar; ein Prognosezeitraum von 6 Monaten ist für den Arzt durchaus möglich. Wichtig ist, dass in den Bedingungen die Gesellschaft die Rentenzahlung rückwirkend zum Eintritt der Berufsunfähigkeit erbringt.
Rechtzeitige Meldung des Versicherungsfalles
Die Berufsunfähigkeit muss dem Versicherer unverzüglich gemeldet werden. Wenn man sich länger als drei Monate Zeit lässt, kann ein Versicherer, gemäß den Standardbedingungen, erst zu diesem Zeitpunkt zur Rentenzahlung verpflichtet sein. Zwischenzeitlich gibt es viele Bedingungswerke, in denen die Versicherer dennoch die Rentenleistung erbringt, wenn die verspätete Meldung nicht schuldhaft verursacht wurde.
ino24-Tipp
Melden Sie den Verdacht einer möglichen Berufsunfähigkeit sofort an die gesetzliche Rentenversicherung und gleichzeitig auch an Ihre private Berufsunfähigkeitsversicherung.