Der wesentliche Unterschied zwischen einem britischen und den meisten kontinentaleuropäischen Versicherern besteht in der Anlagepolitik. Aufgrund der europäischen Vorschriften sind die rechtlichen Grundvorgaben zwar in allen Mitgliedsstaaten der EU weitgehend gleich, aber die meisten kontinentaleuropäischen Lebensversicherer bieten relativ hohe garantierte Ablaufleistungen an. In einigen Ländern, z.B. in Deutschland ab dem Jahr 2008, müssen auch die Rückkaufswerte von allen Anbietern, also auch von britischen Versicherern, während der Laufzeit der Höhe nach garantiert werden. Bei britischen Lebensversicherungen gibt es meist nur relativ geringe Garantien und diese auch nur zum Vertragsablauf. Rückkaufswerte werden meistens nicht garantiert. Das gibt den britischen Anbietern eine wesentlich größere Flexibilität bei der Kapitalanlage. Deshalb können diese in deutlich größerem Umfang in Kapitalanlagen wie Aktien investieren.
Britische Lebensversicherer haben deshalb relativ hohe Renditen erzielt. Die britischen Anbieter haben deshalb oft deutlich höhere Renditen für die Versicherungsnehmer erwirtschaftet als traditionelle kontinentaleuropäische. Andererseits gab es aber auch Versicherer mit wesentlich schlechteren Ergebnissen.
Neuerdings kommen immer neue Angebote auf den Markt, wie sie im letzten Jahrzehnt in den USA entwickelt wurden. Oft werden relativ komplexe Garantien gewährt. Die eingezahlten Beiträge werden teilweise in Fondsanteile angelegt, deren Verlauf gleichzeitig mit Garantien versehen ist – so z.B. dass der Preis eines Anteils niemals fällt und dass der Anteilspreis am Ende der Laufzeit der höchste bis zu diesem Zeitpunkt ist.
Die britische Form der Überschussbeteiligung bewirkt, wie auch sonst oft in Kontinentaleuropa üblich, eine gewissen Glättung ("Smoothing") der starken Schwankungen der Kapitalerträge. Spitzen werden nicht ausgeschüttet, sondern zurückgestellt und in schlechten Jahren zur Aufbesserung verwendet.